Sportlerernährung bei Freizeitsport
In diesem Beitrag finden Sie
- Allgemeine Empfehlungen der DGE
- Wertvolle Kohlenhydrate
- Mehr Muskeln durch vermehrte Eiweißzufuhr?
- Wichtige Vitamine und Mineralien für Sporttreibende
- Nahrungsergänzungsmittel: Ja oder Nein?
- Sinnvolle Getränke für Sporttreibende
- Wann sollte wie getrunken werden?
- Die richtige Ernährung vor – während – und nach der Belastung
- Energieriegel oder Banane?
Allgemeine Empfehlungen der DGE
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt dem Freizeitsportler, der Freizeitsportlerin eine vollwertige Ernährung.
Diese deckt den Bedarf an allen Nährstoffen. Wer Sport treibt, verbraucht mehr Energie als bei rein sitzender Tätigkeit. Wie viel Kalorien verbraucht werden hängt von
- der ausgeübten Sportart,
- dem körperlichen Einsatz und
- der Belastungsdauer ab
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Berechnung des Energieverbrauchs beim Sport
Wertvolle Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind die bevorzugte Energiequelle für alle körperliche und geistige Leistung. Die Energie, die der Körper aus Kohlenhydraten gewinnt, ist schneller verfügbar und erlaubt eine höhere Belastungsintensität als die aus Fetten. Bei nichtausreichender Kohlenhydratzufuhr leiden Konzentration und Koordination. Empfohlen werden Lebensmittel mit einem niedrigen und mittleren glykämischen Index.
Dies sind vor allem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und die meisten Obstsorten. Der Körper speichert Kohlenhydrate in Form von Glykogen in Muskulatur und Leber. Da die Speicherfähigkeit begrenzt ist, sollten bei jeder Mahlzeit kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit eingeplant werden. Die Menge richtet sich nach Dauer und Intensität der körperlichen Aktivität.
Mehr Muskeln durch vermehrte Eiweißzufuhr?
Immer noch ist die Meinung weit verbreitet, dass Muskelmasse durch eine erhöhte Eiweißzufuhr schneller und besser aufgebaut werden kann.
Bei sportlicher Belastung laufen verstärkt eiweißauf- und abbauende Prozesse ab. Der geringfügig höhere Bedarf im Breitensport ist mit den Zufuhrempfehlungen der DGE von 0,8 – 1 g/kg/Körpergewicht abgedeckt.
Empfehlenswert sind fettarme tierische Produkte wie z.B.
- Fettarme Milch- und Milchprodukte
- Mageres Fleisch und Fisch
Viel wertvolles pflanzliches Eiweiß liefern
- Hülsenfrüchte
- Getreide
- Kartoffeln
Auch bei einer ausgewogenen, rein vegetarischen Ernährung ist der Eiweißbedarf durch diese Lebensmittel sichergestellt.
Wichtige Vitamine und Mineralien für Sporttreibende
Durch die sportliche Belastung verliert der menschliche Organismus in Form von Schweiß und Urin vermehrt wasserlösliche Vitamine und Mineralien. Um die volle Leistungsfähigkeit zu erhalten, muss der erhöhte Bedarf gedeckt werden. Mit dem Verzehr von täglich 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst nimmt der Freizeitsportler, die Freizeitsportlerin ausreichend Vitamine und Mineralien auf und benötigt keine zusätzlichen Vitamin- und Mineralstoffpräparate.
Nahrungsergänzungsmittel: Ja oder Nein?
Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung liefert alle Nährstoffe, die trotz eventuell leicht erhöhtem Bedarf benötigt werden. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ist nicht notwendig.
Für die als „leistungsverbessernd“ angepriesenen Stoffe wie Aminosäuren, Kreatin, Carnitin, Taurin oder Lezithin gibt es keine fundierten Nachweise. Sie werden zum Teil sehr hochpreisig verkauft und können bei zu hoher Dosierung negative Nebenwirkungen hervorrufen.
Carnitin spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung aus Fettsäuren. Populär ist es deswegen als so genannter „Fatburner“ geworden. Nach aktueller Studienlage führt Carnitin nicht zu einem schnelleren Fettabbau. Nur verstärkte sportliche Betätigung regt die Fettverbrennung an. Zufuhren von 4-6 g Carnitin pro Tag können zu Magen-Darm-Beschwerden führen.
Das ebenfalls stark beworbene Kreatin kann bei wiederkehrenden kurzen und starken Belastungen helfen, nicht so schnell zu ermüden. Es verbessert nicht die Ausdauerleistungen.
Sinnvolle Getränke für Sporttreibende
Schwitzen ist bei körperlicher Anstrengung ganz natürlich. Je nach Grad der sportlichen Betätigung werden 1 bis 1,5 Liter pro Stunde zusätzlich ausgeschieden. Dabei vermindert bereits ein Flüssigkeitsverlust von 2 % des Körpergewichtes die Leistungsfähigkeit.
Bei Belastungen, die länger als eine Stunde dauern, sollte bereits während der Aktivität getrunken werden.
Mit dem Schweiß gehen auch Mineralien (vor allem Natrium) verloren. Diese müssen möglichst schnell ersetzt werden.
Grundsätzlich sollten die Getränke nicht zu kalt sein und möglichst wenig Zucker und Kohlensäure enthalten.
Bei den Getränken herrscht eine große Angebotsvielfalt:
Isotone Getränke
Isoton bedeutet: Zucker- oder Mineralstoffgehalt entspricht der Zusammensetzung des Blutes. Isotone Getränke werden daher besonders schnell vom Körper aufgenommen. Aber nicht alle so deklarierten Getränke entsprechen diesen Anforderungen. Sie enthalten zum Teil zu wenig Kohlenhydrate und/oder Natrium. Verlass ist nur auf speziell für den Leistungssport entwickelte Isogetränke. Günstiger und ebenfalls geeignet sind für die Freizeitsportlerin, den Freizeitsportler Fruchtsaftschorlen aus Apfelsaft, Orangensaft oder Johannisbeernektar. Diese, gemischt mit 1 bis 3 Teilen natriumreichen und stillem Mineralwasser (min. 100 mg Magnesium und 200 mg Natrium pro Liter), sind nicht zu süß, reich an Mineralien und liefern zudem noch schnell verfügbare Energie.
Hypotone Getränke
Die Konzentration der gelösten Teilchen ist etwas niedriger als im Blut, trotzdem sind sie ebenfalls zur schnellen Flüssigkeitszufuhr geeignet. Hierunter fallen z.B. natriumreiches Mineralwasser, Gemüsesäfte (verdünnt) oder Gemüsebrühe sowie Kräuter- und Früchtetees.
Ungeeignet dagegen sind zu süße, alkoholische und koffeinhaltige Getränke wie Limonaden, Cola- oder Energygetränke (hypertonische Getränke).
Auf Grund ihres hohen Zuckergehalts wird der Wasseranteil bedeutend langsamer aufgenommen. Sie führen zu vermehrtem Wasserverlust und sorgen nicht für den notwendigen Flüssigkeitsaustausch.
Alkoholische Getränke sollten erst zwei bis drei Stunden nach dem Sport getrunken werden, zum einen fördert Alkohol den Flüssigkeitsverlust, zum anderen muss die Leber zusätzliche Entgiftungsarbeit leisten.
Wann sollte wie getrunken werden?
Eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr über den Tag unterstützt die Leistungsfähigkeit.
Dauert das Training mehr als 60 Minuten, ist alle 15 Minuten eine kleine Flüssigkeitsmenge (max. 200 ml) empfehlenswert.
Sporttreibende müssen die individuelle Trinkmenge für sich selber herausfinden. Bis zwei Stunden nach dem Sport sollte der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen sein. Empfehlenswert sind die bereits oben aufgeführten Getränke.
Die richtige Ernährung vor – während – und nach der Belastung
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Vor der sportlichen Betätigung sollten die Energiespeicher gefüllt sein. Um den Körper jedoch nicht übermäßig zu belasten, empfiehlt es sich, dass die letzte kohlenhydratreiche und fettarme Hauptmahlzeit ca. 3 Stunden zurückliegt. Bei einer zu fetten Mahlzeit bleibt die Nahrung zu lange im Magen und kann so u. a. zu Sodbrennen führen. Bis zu einer halben Stunde vor der sportlichen Betätigung kann eine kleine stärkehaltige Zwischenmahlzeit wie z.B. Banane oder Vollkornkeks gegessen werden. Je nach Jahreszeit (Temperatur) ist es sinnvoll bis zu ca. 0,5 l Flüssigkeit (siehe oben) zu trinken.
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Bei Belastungen über 60 bis 90 Minuten sorgen die oben genannten Getränke (max. 200 ml alle 15 Minuten) nicht nur für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt, sondern auch an Nachschub für schnell verfügbare Energie. Aber auch verschiedene Obstsorten wie z.B. Banane, säurearmer Apfel haben sich bewährt.
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Zum Auffüllen der leeren Glykogenspeicher nach dem Sport kann man eine Mahlzeit aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten etwas Eiweiß und wenig Fett zu sich nehmen, z.B. Pell- oder Ofenkartoffeln mit Quark oder Gemüsegratin. In den ersten beiden Stunden nach der Belastung wird besonders viel und gut Glykogen in der Muskulatur eingebaut.
Allgemein gilt: Keine Experimente! Probieren Sie während einer sportlichen Aktivität keine neuen Lebensmittel aus, sondern essen und trinken Sie nur das, was Sie auch vertragen!
Energieriegel oder Banane?
Die Auswahl an Sportler-, Energie- oder Fitnessriegel ist enorm. Laut Werbung sollen diese nicht nur Leistungs-, sondern auch Freizeitsportlertreibende zu mehr Leistung verhelfen. Im Durchschnitt enthält ein 30 bis 50 Gramm schwerer Riegel ca. 200 Kilokalorien und zum Teil einen sehr hohen Gehalt an Zucker und Fett. Achten Sie beim Einkauf also genau auf die Zusammensetzung!
Eine Banane (125 g) dagegen enthält ca. 110 Kcal, 25 g Kohlenhydrate, nur 0,2 g Fett und 1,5 g Eiweiß, viele Vitamine und Mineralien und ist zudem noch leicht verdaulich! In ihrer praktischen „Verpackung“ kann sie zu jeder sportlichen Aktivität schnell eingepackt werden.
Literatur:
- Wagner, G., Peil, J. Schröder, U. Trink Dich Fit, Pala Verlag
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ernährung im Breitensport
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