Wieder verwendbare Getränkeflaschen aus PET
Von: Kompetenzzentrum „Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt“ - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
PET-Getränkeflaschen stehen hoch im Kurs. Man findet sie am Arbeitsplatz, in der Schule und bei jeder Freizeitaktivität.
In diesem Beitrag finden Sie
- Seit wann gibt es die PET-Getränkeflasche?
- Haben PET-Flaschen Vorteile gegenüber Glasflaschen?
- Wie werden PET-Mehrweg-Flaschen vor dem Wiederbefüllen behandelt?
- Was ist zu beachten?
- Was kann der Verbraucher tun?
- Wie kann man Mehrweg-Flaschen erkennen?
Seit wann gibt es die PET-Getränkeflasche?
Die erste PET-Mehrwegflasche (PET = Polyethylenterephthalat) wurde 1990 von der Fa. The Coca-Cola Company auf den deutschen Markt gebracht. Dieser Kunststoff neigte jedoch dazu, Acetaldehyd, ein Abbauprodukt von PET, an das Füllgut abzugeben und so Geschmack und Geruch des Flascheninhalts zu beeinträchtigen. Deshalb wurden zunächst nur aromatisierte Getränke darin abgefüllt. Erst mit verbesserten Ausgangsmaterialen und neuer Technologie konnten knapp zehn Jahre später auch kohlensäurehaltiges Mineralwässer in den PET-Flaschen angeboten werden.
Acetaldehyd ist auch ein natürlicher Bestandteil von z. B. Früchten, Wein, Käse, Butter und Weißbrot. Der Gehalt in diesen Lebensmitteln ist um ein Vielfaches höher als die Menge die noch sensorisch im Mineralwasser wahrnehmbar ist.
Haben PET-Flaschen Vorteile gegenüber Glasflaschen?
PET-Flaschen sind leicht, stabil, transparent und praktisch unzerbrechlich. PET-Flaschen haben aufgrund des geringen Gewichtes vor allem im Mehrwegsystem deutliche ökologische Vorzüge gegenüber Glasflaschen. Bei den heutigen PET-Mehrwegflaschen für Erfrischungsgetränke macht die Verpackung weniger als 7 Prozent des Gesamtgewichts aus. Darüber hinaus ist PET zu 100 Prozent recyclingfähig.
Glas ist inert, geht keine Wechselwirkung mit dem Füllgut ein, ist ebenfalls uneingeschränkt mehrwegfähig und 100 % recycelbar.
Im Gegensatz zu Glasflaschen können PET-Flaschen Restmonomere, Additive und andere Komponenten an das Füllgut abgeben.
Wie werden PET-Mehrweg-Flaschen vor dem Wiederbefüllen behandelt?
Eine Mehrwegflasche aus Kunststoff wird in der Regel bis zu 25-mal abgefüllt und an den Handel ausgeliefert, bevor sie ausrangiert wird.
In jedem Mehrwegsystem müssen, unabhängig vom Material, zurückkommende Flaschen genau überprüft werden. Verunreinigte oder mechanisch beschädigte Flaschen werden aussortiert und dem Recycling zugeführt. Alle intakten Behälter werden von ihren alten Etiketten befreit und in mehreren Reinigungsvorgängen bei mehr als 60ºC hygienisch einwandfrei gereinigt. Zur Kontrolle und Aussortierung verunreinigter Kunststoffmehrwegflaschen wird heute in einer Flaschenwaschlinie eine spezielle Computernase, ein so genannter „Schnüffler“, eingesetzt. Das ist eine Maschine, die für sie bekannte Gerüche erkennt und entsprechend belastete Flaschen vor dem Befüllen aussortiert.
Was ist zu beachten?
Gerade bei PET-Flaschen sind Wechselwirkungen zwischen Flasche und eingefülltem Produkt zu beachten. Manch sorgloser Verbraucher lagert bzw. verdünnt in PET-Mehrwegflaschen Putz- und Reinigungsmittel, Mineralölprodukte oder Chemieprodukte, wie Lacke oder Lösemittel. Aber auch artfremde Lebensmittel werden in leere PET-Flaschen eingefüllt. Durch den dann beim Abfüller durchgeführten Waschvorgang lassen sich derartige Reste nicht vollständig entfernen, da sie in das Material eindiffundieren oder auf der Kunststoffoberfläche anhaften. Wenn nun der „Schnüffler“ Fremdgerüche nicht erkennt, werden diese Flaschen wieder befüllt. Im Internet wird z.B. ein Herstellungsverfahren von „Slush-Eis“ für den Privathaushalt beschrieben. Hierfür braucht man eine leere Kunststoffflasche. Wird eine so zweckentfremdete PET-Mineralwasserflasche wieder zurückgegeben, kann der nächste Verbraucher ein fruchtig aromatisiertes Mineralwasser erhalten, weil der „Schnüffler“ möglicherweise dieses neue Aroma noch nicht kennt.
Geschmacklich auffällige Mineralwässer landen dann oft als Beschwerdeprobe bei der amtlichen Lebensmittelüberwachung. Hier wird, zum Teil auch mit hohem analytischen Aufwand, der Ursache von Geruchs –und Geschmacksabweichungen nachgegangen. Auch die Knoblauchnote aus einem in einer PET-Mehrweg-Flasche zubereiteten Dressing konnte im Mineralwasser festgestellt werden.
Was kann der Verbraucher tun?
PET-Mehrweg-Flaschen sollten auf keinen Fall für andere Zwecke verwendet und dann wieder zurückgegeben werden.
Wie kann man Mehrweg-Flaschen erkennen?
Auf den Flaschen ist im Allgemeinen das Wort „MEHRWEG“ angebracht. Das gilt sowohl für Glas- als auch für PET-Flaschen. Zudem ist eine niedrigere Pfandhöhe im Vergleich zu anderen Kunststoffflaschen ein Hinweis auf Mehrweg-Flaschen. Bei PET-Flaschen, die man zerknittern kann, handelt es sich stets um Einwegflaschen.
Mehrweg-Flaschen sind oft auch am Umweltzeichen Blauer Engel oder am Mehrweg-Zeichen der Verbände der deutschen Getränkewirtschaft zu erkennen.
Der Freistaat Bayern stellt Ihnen auf dieser Website unabhängige, wissenschaftsbasierte Informationen zum Verbraucherschutz zur Verfügung.
Einzelfallbezogene Rechtsauskünfte und persönliche Beratung können wir leider nicht anbieten. Auch dürfen wir Firmen, die sich wettbewerbswidrig verhalten, nicht selbst abmahnen.
Sollten noch Fragen zu Ihrem konkreten Sachverhalt verbleiben, wenden Sie sich bitte an die unter Service genannten Anlaufstellen.

