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Mineralwasser mit Fruchtgeschmack

Von: Dipl. oec. troph. Jutta Kamensky, aktualisiert von Sandra Nirschl - VerbraucherService Bayern


Mineralwässer mit Frucht-, Tee- oder Kräutergeschmack erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Vor allem figurbewusste Menschen greifen gerne zum trendigen Durstlöscher mit dem Wunsch, Kalorien zu sparen. Frische Äpfel oder Erdbeeren auf dem Etikett vermitteln zudem das gute Gefühl, ein gesundes Getränk mit echtem Obstsaft zu kaufen.

Doch da trügt der Schein. Der fruchtige Geschmack stammt aus dem Aroma-Labor der Hersteller und die Zutatenliste hält weitere Überraschungen bereit.

Zum Schutz von Geldbeutel und Gesundheit lohnt es sich, der prickelnden Erfrischung einmal richtig auf den Grund zu gehen.


In diesem Beitrag finden Sie

  • Große Vielfalt an fruchtigen Mineralwässern
  • So kommt der Geschmack ins Wasser
  • Selten echt im Geschmack
  • Aromen
  • Aromastoffe
  • Natürliche Aromastoffe
  • Wasser mit langer Zutatenliste
  • Riskante Inhaltsstoffe im Wasser mit Geschmack
  • Achtung: Kalorien im Wasser
  • Wertvolle Nährstoffe – Fehlanzeige im Wasser mit Geschmack
  • Gesunde Durstlöscher – einfach selbst gemacht
  • Schorle – Aroma aus der Natur
  • Geschmack ins Glas für Eilige

Große Vielfalt an fruchtigen Mineralwässern

Mehr als 180 Sorten umfasst das Angebot an den Erfrischungsgetränken „Mineralwasser mit Geschmack“. Was bisher als natürliches Mineralwasser geschmacksneutral im Glas prickelte, besitzt jetzt einen Hauch von Apfel, Brombeere, Guave, Orange oder Zitrone. Es gibt kaum eine Obstsorte, deren Geschmack pur oder in Kombination mit anderen Früchten, Tee-Extrakten und Kräutern von den Herstellern noch nicht mit Wasser gemischt wird. Kalorienarm, erfrischend und gesund sollen diese Getränke sein und mehr Abwechslung in die tägliche Flüssigkeitszufuhr bringen. Der Blick auf die Zutatenliste bringt Klarheit in den Mineralwassermix.

So kommt der Geschmack ins Wasser

Aromastoffe und diverse andere Zutaten sorgen dafür, dass ein Mineralwasser seinen neutralen in einen fruchtigen, oft auch süßen Geschmack verwandelt. Die appetitlichen Fotos auf den Flaschen erwecken zwar den Eindruck, dass es sich beim Mineralwasser mit Fruchtgeschmack um den Zusatz von frischem Obstsaft oder –mark handelt. Es ist aber nicht drin, was drauf steht, sondern meistens nur das zugesetzte Aroma dieser Frucht.
Das ist in der Zutatenliste entweder als natürliches Aroma, einfach nur als Aroma oder in Verbindung mit der Obstsorte wie z. B. als Apfelaroma aufgeführt.

Selten echt im Geschmack

Oft gleicht der Geschmack der Getränke nicht annähernd dem echten Produkt, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest von 25 Wässern mit Fruchtgeschmack ergab. Zum Teil handelt es sich bei den Aromastoffen um synthetisch hergestellte Fantasiearomen, die dem Geschmack der jeweiligen Frucht nur ähnlich sind.
Falls bei der Herstellung der Getränke doch einmal reiner Saft oder Saft aus Konzentrat zum Einsatz kommt, dann meist in relativ geringen Mengen (5 bis 10 Prozent). Damit sich beim Trinken überhaupt ein typischer Geschmack bemerkbar machen kann, ist zusätzliches Aroma nötig.

Aromen

Aromen setzen sich aus mehr als 50 verschiedenen Bestandteilen zusammen. Das sind unter anderem Aromastoffe oder –extrakte, Lösungsmittel, Füllstoffe, Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe. Zur Verdünnung und besseren Dosierung der Aromen dienen Trägerstoffe wie Alkohol, Stärkemehl und Milchzucker. Bei den Mineralwässern mit Fruchtgeschmack ist die Vielfalt an zugesetzten Aromastoffen groß und manchmal für den Verbraucher undurchsichtig.

Aromastoffe

Aromastoffe sind chemisch definierte Substanzen, die Lebensmitteln den charakteristischen Geschmack oder Geruch verleihen. Sie befinden sich natürlicherweise in tierischen und pflanzlichen Produkten oder werden den Lebensmitteln zugesetzt. Die EU-Aromenverordnung unterscheidet zwei Kategorien: „Aromastoffe“, worunter alle Stoffe mit den Eigenschaften von Aromen fallen und „natürliche Aromastoffe“. Letztere müssen bezüglich Herkunft und Herstellung besonderen Anforderungen genügen.

Natürliche Aromastoffe

Die Ausgangsstoffe für natürliche Aromastoffe kommen entweder aus der Natur, oder sie werden z. B durch Extraktion und Destillation gewonnen.
Steht bei der Bezeichnung des Aromas (z. B. natürliches Apfelaroma) der Bezug auf den Rohstoff (Apfel) dabei, muss es ausschließlich aus natürlichen Aromastoffen bestehen und mindestens zu 95 Prozent aus diesem Rohstoff (dem Apfel) stammen.

Wasser mit langer Zutatenliste

Im Vergleich zu natürlichem Mineralwasser ist die Zutatenliste bei den aromatisierten Wässern deutlich länger. Als Zutaten können dort auf dem Etikett noch Farbstoffe oder Säuerungsmittel zur Regulierung des Säuregrades im Getränk stehen. Zum Erhalt der gelben Farbe in Wässern mit echtem Fruchtzusatz und zum Schutz vor Verderb wird das Antioxidationsmittel Ascorbinsäure (Vitamin C) zugesetzt oder der Konservierungsstoff Benzoesäure.

Riskante Inhaltsstoffe im Wasser mit Geschmack

Wird zur Konservierung Benzoesäure verwendet und ist gleichzeitig Vitamin C (aus Früchten oder zugesetzt) im Getränk enthalten, kann sich krebserregendes Benzol bilden. Bei ihrer Prüfung entdeckte die Stiftung Warentest, dass vor allem in den Wässern mit Kirschgeschmack der Benzolgehalt mit bis zu 4,6 Mikrogramm pro Liter deutlich über der Höchstgrenze von Benzol im Trinkwasser von einem Mikrogramm pro Liter lag. Da für Erfrischungsgetränke kein Grenzwert für Benzol existiert, hilft vorsichtigen Verbrauchern im Zweifel nur der Verzicht auf den Konsum dieser benzolhaltigen Wässer. Wurden Benzoesäure oder deren Salze bei der Herstellung verwendet, steht auf der Zutatenliste Benzoesäure (E 210), Natriumbenzoat (E 211), Kaliumbenzoat (E 212) oder Calciumbenzoat (E 213).

Achtung: Kalorien im Wasser

Der Blick auf die Nährwerttabelle lässt figurbewusste Verbraucher aufhorchen. Für Kalorien sorgen im aromatisierten Wasser Zucker, Fruchtzucker oder andere energiehaltige Süßungsmittel. Bis zu 15 Würfelzucker zählten die Forscher der Stiftung Warentest in einem Liter fruchtigem Mineralwasser. Das entspricht knapp 200 Kilokalorien und ist zwar weniger als die Kaloriengehalte in einem Liter Cola (430 Kilokalorien) und Limonade (490 Kilokalorien). Zu beachten ist aber, dass aromatisierte Wässer nur kalorienarm und nicht kalorienfrei sind wie natürliches Mineralwasser. Auf null Kalorien bringen es lediglich die Wässer, die mit Süßstoffen gesüßt sind. Süßstoff wiederum kann sich nachteilig auf den Geschmack auswirken.

Wertvolle Nährstoffe – Fehlanzeige im Wasser mit Geschmack

Was am natürlichen Mineralwasser ansonsten so geschätzt wird, taucht beim aromatisierten Mineralwasser kaum auf: der Mineralstoffgehalt. Für Kalium, Natrium, Magnesium und Calcium fehlen meist die Angaben auf den Flaschen. Falls sie doch auf dem Etikett stehen, dann sind teilweise die Gehalte in Bezug auf den täglichen Bedarf so niedrig, dass sie der Gesundheit wenig dienen.

Gesunde Durstlöscher – einfach selbst gemacht

Pro Tag 1,5 Liter trinken, am besten in Form von Mineralwasser, lautet die Empfehlung. Zugegeben, Wasser schmeckt neutral und kann mitunter langweilig sein. Im Rahmen einer gesunden Ernährung spricht nichts gegen ab und zu ein Glas Wasser mit Fruchtgeschmack. Wem Abwechslung und Qualität beim Trinken wichtig ist und wer die Kontrolle über den Zuckergehalt und den Kaloriengehalt möchte, mixt selbst.

Schorle – Aroma aus der Natur

Die allseits beliebte Schorle ist eine gute Alternative zu den Mineralwässern mit Aromastoffen. Dazu eignet sich nahezu jeder Saft mit 100 Prozent Fruchtgehalt. Im Verhältnis ein Teil Saft (40 ml) und vier Teile Wasser (160 ml) liefert ein Glas (200 ml) folgende Kalorien:

Apfelschorle 1:4 mit Apfelsaft 23 Kilokalorien
Orangensaftschorle 1:4 mit Orangensaft 18 Kilokalorien
Johannisbeersaftschorle 1:4 mit Johannisbeersaft 27 Kilokalorien

Zusatzstoffe entfallen dabei ganz und das Getränk gewinnt zusätzlich an Farbe. Der hauseigene Cocktail kann locker mit den gekauften Wässern konkurrieren.

Geschmack ins Glas für Eilige

Noch schneller gewinnt das Mineralwasser an Geschmack mit einem Spritzer Zitrone und Limette oder frischen Blättern von Minze und Zitronenmelisse. Kräuter- und Früchtetees eignen sich ebenfalls gut zum Mischen. Sie schmecken auch pur und eisgekühlt herrlich erfrischend. Pep bekommt der selbstgemachte Durstlöscher, wenn am Glasrand eine frische Erdbeere, ein Zitronenschnitz oder ein Achtel Ananas stecken. Ein bunter Strohhalm dazu und fertig ist das echte und gesunde Trinkerlebnis in Farbe mit Genussgarantie.

Mehr zum Thema

  • Wasser mit Geschmack – Untersuchung der Stiftung Warentest (Update vom 08.05.2013) Ausgabe 05-2013
  • Stiftung Warentest: Aromatisierte Getränke mit Kirschgeschmack: Kritisches Kirscharoma
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Aromastoffe

Weitere Themen

  • Was ist dran am richtigen Trinken?
  • Teegenuss - gesund aber belastet
  • So wichtig ist Trinken für die ältere Generation
  • Aromen

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Stand: 18.08.2025
Autor: Dipl. oec. troph. Jutta Kamensky - VerbraucherService Bayern
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