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Babybadewannen und Badewannenständer

Von: LGL in Partnerschaft mit Fachverband

Viele Babys finden Baden und Planschen in der Wanne einfach toll! Beim Baden von Babys sollten Eltern aber nicht nur mit voller Aufmerksamkeit dabei sein, sondern auch die Babywannen und -ständer genauer unter die Lupe nehmen, um mögliche Unglücke zu verhindern. Durch einfache Maßnahmen lassen sich die Gefahren leicht minimieren.

Babybadewanne, Copyright Michael Wolff /  BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

In diesem Beitrag finden Sie

  • Definition und Anwendung
  • Modelle
  • Allgemeine Risiken und häufige Produktmängel
  • Checkliste: Darauf sollten Sie beim Kauf achten
  • Tipps für den sicheren Umgang
  • Mehr zum Thema

Defintion und Anwendung

Babybadewannen sind kleine Badewannen aus Kunststoff. Sie benötigen eine geringere Wassermenge, lassen sich besser temperieren, transportieren und bieten einen besseren Halt beim Baden des Babys als große Badewannen. Badewannenständer sind Gestelle aus Metall und dienen der Erhöhung der Wannen.

Modelle

Babybadewannen sind in unterschiedlichen Formen, Farben und mit unterschiedlichstem Zubehör, z.B. einem Badewannenständer, erhältlich. Vom kleinen Badeeimer über die klassische Babybadewanne – länglich oder rund, steif oder falt- und klappbar - bis zum Whirlpool mit Farbspielbeleuchtung ist alles erhältlich.

Badewanne mit Ständer, Copyright Michael Wolff /  BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V Badeeimer

Faltbare Wanne

 

Bild Links: Badewanne mit Ständer
Bild Mitte: Badeeimer
Bild Rechts: Faltbare Wanne

Allgemeine Risiken und häufige Produktmängel

Zu den allgemeinen Risiken bei der Nutzung von Babybadewannen zählen:

  • Ertrinken
    • Die größte Gefahr liegt sicher darin, dass Babys unter Wasser rutschten und zu ertrinken drohen, da sie noch nicht selbstständig sitzen können.
  • Stürze
    • Auch Stürze aus der Babybadewanne führen häufig zu sehr schweren Unfällen bei kleinen Kindern. Schädel- und Gehirnverletzungen können die Folge sein.
    • Die Ursache hierfür können zu kleine, nicht kippsichere Standflächen der Wannen oder auch die Instabilität der Wannenkonstruktion sein. Bei einseitiger Belastung des oberen Randes, z.B. durch Aufstützen, Hochziehen des Babys oder auch des zuschauenden Geschwisterkindes außerhalb der Wanne kippeln dann viele Babybadewannen und drohen samt Baby umzustürzen.
    • Badewannen mit Ständer können ebenso bei unachtsamem Gebrauch oder bei Positionierung auf einem unebenen Untergrund umkippen und das Baby aus der Wanne herausfallen.

Checkliste: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

  • Vorhandensein des gesetzlich vorgeschriebenen Prüfzeichens "CE" (Versicherung des Herstellers, dass das Produkt allen notwendigen gesetzlichen Anforderungen der EU entspricht).
  • Kennzeichnung mit einem Prüf- oder Gütesiegel eines unabhängigen Prüfinstituts nach DIN EN 17072.
  • Die Babybadewanne muss eindeutige Produktinformationen bzw. -kennzeichnungen aufweisen: Name und Anschrift des Herstellers oder Importeurs sowie eine Typenbezeichnung und Seriennummer.
  • Ebenso müssen auf dem Produkt deutlich sichtbar Warnhinweise vorhanden sein, wie z.B. "WARNUNG! Um das Ertrinken zu verhindern halten Sie Ihr Kind mit der Hand fest." Diese schriftlichen Hinweise sollten durch Piktogramme (s. Abbildung unten) ergänzt sein.
    Piktogramm "Um das Ertrinken zu verhindern halten Sie Ihr Kind mit der Hand fest"
  • Eine ausführliche Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache muss beiliegen.
  • Der Badewannenständer muss stabil, standsicher und sicher verriegelbar sein. Zur Entlastung des Rückens sollte er höhenverstellbar sein.
  • Die Kombination von Ständer und Babywanne darf nicht kippeln und sollte im aufgebauten Zustand fest miteinander verbunden sein.
  • Beim Zusammenfalten des Ständers dürfen an diesem keine Quetsch- und Scherstellen entstehen.
  • Die Produkte dürfen keine scharfen Kanten und spitze Ecken aufweisen und keine Öffnungen größer als 5 mm haben, in denen das Kind mit den Fingern stecken bleiben kann.
  • Der Wannenrand sollte stabil gestaltet sein und abgerundete Kanten aufweisen, um den Eltern ein bequemes Ab- bzw. Aufstützen beim Halten des Babys zu ermöglichen.
  • Einige Wannenmodelle haben einen Wasserablauf, um die Wanne nach dem Baden leichter entleeren zu können. Der Wasserablaufstöpsel darf kein verschluckbares Kleinteil darstellen oder sollte fest mit der Wanne verbunden sein.
  • Aufkleber dürfen sich nicht von der Wanne lösen.
  • Um zu verhindern, dass das Kind auf dem glatten Wannenuntergrund wegrutscht, sollte auf dem Wannenboden ein Gleitschutz aufgebracht sein. Ebenso sollte sich unter der Wanne oder am Wannenständer ein Gleitschutz befinden.

Lassen Sie sich vor dem Kauf die Handhabung von Badewannen mit Ständern erklären. Einige Händler bieten auch Vorführungen, Demonstrationen und spezielle Beratungen dazu an. Auch Testergebnisse in Verbrauchermagazinen zu den einzelnen Produkten können hilfreich sein und zur Kaufentscheidung mit herangezogen werden.

Tipps für den sicheren Umgang

  • Das Wichtigste: Kinder sollten in der Wanne stets beaufsichtigt werden. Babys ertrinken nahezu geräuschlos und unternehmen keine Eigenrettungsversuche.
  • Ertrinken kann sehr schnell gehen und sich bei Babys und Kleinkindern selbst in sehr flachem Wasser ereignen.
  • Auch Kinder, die bereits ohne Unterstützung sitzen können, dürfen in der Wanne nie alleine gelassen werden: Aufgrund ihres großen Kopfes kippen Babys ganz leicht vornüber und verlieren dabei das Gleichgewicht. Gerät ihr Kopf erst unter Wasser, kann das Baby seinen Kopf und Körper selbst nicht mehr alleine anheben.
  • Durch Badezusätze wie Öle und Seifen kann das Kind schnell aus den Händen gleiten. Daher während des Badens den Säugling immer mit einer Hand gut festhalten. Hebammen können jungen Eltern die richtigen Handgriffe dafür zeigen.
  • Das Kind erst in die Wanne setzen, wenn die gesamte Wassermenge eingelaufen ist und die Temperatur überprüft ist. Ideal ist eine Wassertemperatur von 37°C.
  • Während des Badens nie heißes Wasser nachlaufen lassen.
  • Elektrische Geräte im Bad, wie z.B. Fön, Rasierer oder Handy, grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Stellen Sie die Wanne so auf, dass der Wasserhahn fürs Kind unerreichbar ist, sonst besteht Verbrühungsgefahr durch ungewolltes Öffnen des Wasserhahns.
  • Am sichersten ist es, die Babybadewanne auf den Boden zu stellen.
  • Achten Sie darauf, bei Badewannen mit Ständer nur den exakt zur Wanne passenden Ständer zu nutzen. Die Babybadewanne muss sicher und ohne zu kippeln auf dem Ständer befestigt sein.
  • Vor dem Baden sollten Pflegeprodukte, Handtücher etc. in Reichweite zurechtgelegt sein.
  • Lesen und beachten Sie die vom Hersteller speziell für sein Produkt mitgelieferten Warn- und Sicherheitshinweise.

Risiken wie Stürze und Ertrinken können nur durch eine uneingeschränkte Beaufsichtigung durch die Aufsichtsperson verhindert werden.
Deshalb gilt:

Lassen Sie ihr Kind nie unbeaufsichtigt!

Wir danken der BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. für die Unterstützung.

Mehr zum Thema

  • Die Bedeutung von CE-Kennzeichnung und GS-Zeichen auf Produkten
  • Welchen Schutz bietet das neue Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) für mich als Verbraucherin / Verbraucher?
  • Unfall: Unfallgefahr(en) und Unfallschutz für den Verbraucher
  • BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.: Babybadewanne
  • Bayerische Gewerbeaufsicht

Aktuelle DIN-Normen:

DIN EN 17072:2019-05 Artikel für Säuglinge und Kleinkinder - Badewannen, Gestelle und nicht freistehende Badehilfen - Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 17072:2018

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Sollten noch Fragen zu Ihrem konkreten Sachverhalt verbleiben, wenden Sie sich bitte an die unter Service genannten Anlaufstellen.

Stand: 06.03.2025
Autor: Redaktion Produktsicherheit - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Christian Seiwald - BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Marina Hellwig - BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
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